Licht in der Dunkelheit

 

Schlussendlich zählt trotz der Einschränkungen, Entbehrungen und gesundheitlichen Probleme, die ständiger Begleiter meiner Reise waren, nur, dass ich gesehen habe, weswegen ich in die Welt ausgezogen bin: Die Aurora borealis!

 

Voller Vorfreude und Erwartungen gab ich nichts auf den ersten Eindruck, den Oslo auf mich zu machen versuchte. Regen, graue Wolken, Dunkelheit und Kälte sind schließlich nur Wetterbedingungen, die sich jederzeit ändern können. Und das sollte dann auch eintreten in den nachfolgenden Tagen, die ich in Tromso und Umgebung verbrachte. Nur leider änderte sich das Wetter im hohen Norden nicht zum Besseren, sondern es setzte starker Schneefall ein, der jegliche Hoffnung auf einen klaren Himmel zunichtemachte und mich 25 Kilometer außerhalb der Stadt in Skittenelv für zwei Tage festsetzte. Das brachte meine Pläne ein wenig durcheinander bzw. warf sie über den Haufen, sodass ich (den Wetterbericht im Hinterkopf) schon an eine verfrühte Rückreise dachte. Doch im Grunde war ich nicht bereit, mich von diesen Rückschlägen zurückwerfen zu lassen, weshalb ich nach Tromso zurückkehrte, um mich dort für die restlichen Tage einzuquartieren. Und schlussendlich spielte das Schicksal seine Karten aus. Ich entschied mich, den Jahreswechsel auf dem 421 Meter hohen Fjellheisen zu verbringen, um einen guten Blick auf die vom Feuerwerk erleuchtete Stadt zu haben. Und noch während ich mich auf den Weg machte, klarte der Himmel langsam auf und präsentierte oben angekommen einen leichten grünen Schimmer am Horizont. Voller Faszination merkte ich dabei nicht einmal, wie ich in der nachfolgenden Zeit durchfror, so sehr war ich von dem Spektakel am Himmel gebannt. Ja, ich habe sie gesehen!

Verkühlt machte ich mich zügig nach dem Silvesterfeuerwerk wieder auf den Weg zurück, wissend, dass ich den nächsten Tag im Bett verbringen würde, um mein Fieber in den Griff zu bekommen. Aufs Geratewohl ging ich abends dann doch noch vor die Tür, und auch da zeigten sie sich wieder über der Stadt, stärker sogar als am Vortag. Beflügelt davon nahm ich mir für den nächsten Tag einen erneuten Ausflug auf den Fjellheisen vor, um einen einigermaßen dunklen Platz für Fotos zu haben. Und auch wenn der Himmel nicht komplett wolkenfrei war, so leuchtete er doch in intensivem Grün!

 

Doch nun bin ich froh, wieder zuhause zu sein. Denn auch wenn ich die Nordlichter gesehen habe, so hat mich die andauernde Dunkelheit nördlich des Polarkreises an meine Grenzen gebracht. Es mutet schon merkwürdig an, wenn die Geschäftsinhaber ihre Mittagspause beenden, wenn gerade das letzte dreistündige Dämmerlicht verschwunden ist und somit 20 Stunden Dunkelheit eingeläutet werden.

 

Ich glaube tatsächlich, dass Norwegen ein schönes Land ist – im Sommer!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Tomke (Donnerstag, 20 März 2014 20:24)

    Voll schön, dass du die Aurora gesehen hast... :-)
    (Ich warte noch immer darauf, sie endlich mal zu sehen...)